1. bis 5. März 2027
Was ist heute noch heilig?
Lektürekurs zu Rudolf Otto: Das Heilige (1917)
Heutzutage scheint nichts mehr heilig zu sein, tabu und unantastbar. Oder doch? Die Familie ist für manche alles! Menschenrechte und die „Sakralität der Person“ (Hans Joas) fallen vielleicht beim zweiten Nachdenken ein. Zugleich leben wir in Zeiten, in denen Politiker:innen weltweit keinerlei Scheu haben, alles Erdenkliche anzugreifen und in Frage zu stellen – während sie sich selbst monströs überhöhen und sogar als Jesus Christus darstellen.
Vor 90 Jahren, am 6. März 1937, starb der Theologe und Religionswissenschaftler Rudolf Otto. Sein Hauptwerk über “Das Heilige” feierte da gerade zwanzigjähriges Erscheinen und lag bereits in der 25. Auflage vor. Otto hatte mit seinem 1917 erstveröffentlichten Versuch über „das Irrationale in der Idee des Göttlichen und sein Verhältnis zum Rationalen“ den Nerv der Zeit getroffen. Das Numinose zeigte auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs ein dämonisches Gesicht. Da ist etwas Rätselhaftes, etwas Monströses an Gott, das wir erfahren, bevor unser Geist ihn zu fassen versucht: Mysterium Tremendum et Fascinans.
Ottos „Das Heilige“ gilt als das meistverkaufte theologische Buch des 20. Jahrhunderts. In 110 Jahren ist es gefeiert, diskutiert und verworfen worden. Vielen sind die Begriffe des „Numinosen“, des „Mysterium Tremendum et Fascinans“ zwar als Schlagworte geläufig: Doch wie genau füllt Otto sie mit Beobachtungen und Bedeutungen? In einer Zeit, in der das Monströse der Welt uns wieder schaudern lässt, laden wir Sie ein zu einer (Re-)Lektüre! Welche Anregungen kann die Theologie aus diesem Klassiker noch ziehen? Welche Erschließungskraft für unsere Gegenwart, welche Bereicherung unserer Vorstellungen von dem, was heilig ist, können wir daraus gewinnen?
Zielgruppe
Pfarrer:innen, Diakon:innen, Gemeinde- bzw. Religionspädagog:innen, Prädikant:innen, Lektor:innen, Kirchenmusiker:innen, Sozialpädagog:innen im kirchlichen Dienst, Katechet:innen und andere Berufsgruppen im verkündigenden Dienst
Leitung
Rektor Pfarrer Dr. Hendrik Meyer-Magister
Referierende
Expert:innen aus Kirche, Theologie und angrenzenden Fachbereichen
Weitere Informationen folgen
Eigenbeitrag
124 € für Teilnehmende aus den VELKD-Gliedkirchen
418 € für alle anderen Teilnehmende (jeweils inklusive Übernachtung und Verpflegung)
Anmeldung
Bitte melden Sie sich mit dem untenstehenden Online-Formular an und senden Sie zugleich einen Antrag auf Genehmigung auf dem Dienstweg an das Fortbildungsreferat Ihrer Landeskirche (nach den jeweils geltenden Bestimmungen). Nach erfolgreicher Anmeldung wird Ihnen eine automatische Sendebestätigung angezeigt. Sie erhalten aus dem Sekretariat Nachricht, ob Sie auf die Teilnehmenden- oder die Warteliste aufgenommen wurden.
Mit Ihrer Anmeldung erkennen Sie die Nutzungsbedingungen für WLAN und Internet sowie die Erklärungen zum Datenschutz an.
Stornobedingungen
Bis sechs Wochen vor Beginn des Kurses: 25 €
Ab sechs Wochen vor Beginn des Kurses:
124 € für Teilnehmende aus den VELKD-Gliedkirchen
167,20 € für alle anderen Teilnehmenden (40% des Eigenbeitrags)
Ab Beginn des Kurses wird für alle Teilnehmenden der Eigenbeitrag voll in Rechnung gestellt. Dies gilt auch dann, wenn nur Teile des Programms nicht in Anspruch genommen werden. Muss der Kurs durch das Studienseminar abgesagt werden, entstehen selbstverständlich keine Stornokosten.
Weitergehende Informationen
Etwa zwei Wochen vor Beginn des Kurses senden wir Ihnen eine Mail mit weiteren Kursinformationen wie dem Detailprogramm zu.
Der Kurs beginnt am Montag, 1. März 2027 um 18 Uhr. Er endet am Freitag, 5. März 2027 um 9 Uhr. Falls Sie früher an- oder später abreisen wollen, können Sie gerne eine Verlängerungsnacht zum Preis von 70 € im Einzelzimmer buchen.
Wir empfehlen die Anreise mit der Bahn. Kostenlose Parkmöglichkeiten finden Sie auf dem hauseigenen Parkplatz.
Eine Teilnahmebestätigung und die Rechnung über den Eigenbeitrag erhalten Sie nach Ende des Kurses per Post zugeschickt.
Bild oben: Hendrik Meyer-Magister im Studienseminar Pullach
